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Sicherung kritischer Infrastruktur

Die ersten 24 Stunden eines Systemausfalls

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Die 6 Phasen der Notfallresilienz

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01 Sofortmaßnahmen Stunde 0 bis 2
02 Infrastruktur-Sicherung Stunde 2 bis 6
03 Kaskadeneffekte Stunde 6 bis 12
04 Langzeitbetrieb Stunde 12 bis 24
05 Gesetzliche Pflichten Meldewesen & BSI
06 Prävention Strategie & Resilienz

Phase 1: Sofortmaßnahmen & Lageerfassung

Zeitfenster: Stunde 0 bis 2 nach dem Systemausfall

🔍 Lagefeststellung Schnelle Erfassung von Ursache und Tragweite des Vorfalls. Unverzügliche Analyse des Ausfalls: Handelt es sich um ein lokales Ereignis, eine großflächige Störung (Blackout) oder einen gezielten Cyberangriff? Einberufung des Krisenstabs.
🔋 USV-Aktivierung Automatische Überbrückung kritischer Systeme durch Batteriepuffer. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) überbrücken die ersten Minuten und sichern sensible IT-Systeme vor Hardwareschäden und unkontrollierten Abstürzen.
📣 Krisenstab-Alarm Mobilisierung des Notfallteams über krisenfeste Kanäle. Aktivierung der vordefinierten Alarmierungsketten zur physischen oder digitalen Zusammenkunft der Entscheidungsträger ohne Standard-Netze.

Phase 2: Technische Infrastruktur-Sicherung

Zeitfenster: Stunde 2 bis 6 nach dem Systemausfall

⚙️ Netzersatzanlagen (NEA) Umschaltung auf Notstromaggregate zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Anlauf der Dieselgeneratoren oder Brennstoffzellen. Überprüfung der Lastenverteilung und Sicherstellung der Kühlung kritischer Technikräume.
🛰️ Kommunikations-Fallback Inbetriebnahme autarker Daten- und Sprachkanäle. Herstellung alternativer Kommunikationswege via Satellitenkommunikation (z. B. Starlink, Iridium) oder BOS-Digitalfunk, da Mobilfunknetze oft rasch überlastet sind.
🔒 Zutritts- & Objektschutz Sicherung sensibler Bereiche gegen unbefugten Zugriff. Aktivierung mechanischer Schutzmaßnahmen und verstärkte personelle Bewachung von KRITIS-Standorten bei Ausfall elektronischer Zutrittssysteme.

Phase 3: Kaskadeneffekte & Ressourcenmanagement

Zeitfenster: Stunde 6 bis 12 nach dem Systemausfall

⛓️ Kaskadeneffekte Überwachung von Sekundärschäden im Umfeld der Infrastruktur. Analyse nachgelagerter Störungen: Führt der Stromausfall zum Versagen der Wasserversorgung, Kühlung oder Logistikketten im eigenen Betrieb?
🚛 Treibstoff-Management Sicherung der Nachschubketten für Energieerzeuger. Koordinierung von Verträgen mit priorisierten Lieferanten (SLA) für Diesel-Nachbetankungen zur dauerhaften Versorgung der Notstromsysteme.
🍎 Human Resources Betreuung und physische Absicherung des Notfallpersonals. Bereitstellung von Verpflegung, Ruhezonen und sanitären Notlösungen für das im Dauereinsatz befindliche Betriebspersonal.

Phase 4: Schichtwechsel & Langzeitbetrieb

Zeitfenster: Stunde 12 bis 24 nach dem Systemausfall

🔄 Schichtrotation Planung der personellen Durchhaltefähigkeit über den ersten Tag hinaus. Einführung strukturierter Schichtübergaben (z.B. 8- oder 12-Stunden-Takt), um Übermüdung und Fehlentscheidungen des Kernteams zu verhindern.
📊 Stabilitätsmonitoring Dauerhafte Vitalwert-Erfassung der Not-Infrastruktur. Kontinuierliche Überwachung der Parameter von Notstromnetz, Temperaturkurven in Serverräumen und Füllständen kritischer Verbrauchsgüter.
📢 Stakeholder-Kommunikation Kontrollierte Informationsweitergabe nach außen. Vorbereitung gezielter, verifizierter Statusmeldungen an Behörden, Kunden und Partner zur Vermeidung von Gerüchten und Panik.

Gesetzliche Meldepflichten (KRITIS & NIS2)

Strikte regulatorische Vorgaben im Ernstfall

24h
Maximale Frist zur Erstmeldung an das BSI
Frühe Erstmeldung Meldepflicht für erhebliche Vorfälle – auch bei unvollständiger Ursachenanalyse. Nach aktuellen KRITIS- und NIS2-Vorgaben müssen Betreiber erhebliche Sicherheitsvorfälle und gravierende Störungen innerhalb von 24 Stunden als frühe Erstmeldung an das BSI/BBK übermitteln. Verstöße können massive Bußgelder nach sich ziehen.
72h
Detaillierte Folgemeldung mit Lageeinschätzung
Updates & Detailanalyse Ergänzung technischer Parameter, Schadensausmaß und Abhilfemaßnahmen. Innerhalb von 72 Stunden nach der Kenntnisnahme muss eine detaillierte Folgemeldung erfolgen. Diese beinhaltet eine erste Bewertung des Schweregrads, konkrete Auswirkungen sowie bekannte Kompromittierungsindikatoren (IoCs).

Fazit & Resilienzstrategie

„Absolute Sicherheit gibt es nicht – funktionierende Resilienz dagegen schon.“

Die Bewältigung der ersten 24 Stunden eines Systemausfalls entscheidet über den Fortbestand kritischer Dienstleistungen. Nur durch präventive Risikoanalysen, regelmäßige Übungen des Krisenstabs und krisenfeste Redundanzen (Notstrom, Satellitenfunk) lässt sich gesellschaftliche Stabilität im Ernstfall wahren.